Constantin Dupien

Autor • Herausgeber • Leipziger

Buchbesprechung: Arthur Gordon Wolf – Die weißen Männer


„Die weissen Männer“ von Arthur Gordon Wolf ist zu großen Teilen eine klassische Science-Fiction-Story. Die dystopische Welt, die das Setting der Handlung um einen allmächtigen Tech-Konzern umrahmt, weist jedoch auch einige spannende bis gruselige Elemente auf, die den Unterhaltungslevel der Novelle durchgängig am Limit halten.

Arthur Gordon Wolf - Die weissen Männer BuchcoverDas Buch „Die weissen Männer“ von Arthur Gordon Wolf“ an sich gefällt mir sehr gut. Das Cover ist professionell gestaltet und auch die Qualität des Papiers (sowohl der glatte, geschmeidige Buchumschlag als auch das schwere Papier der Inhalts-Seiten) ist hochwertig. Der Verlag hat außerdem darauf geachtet, dass an den Innenseiten genug Freiraum ist, sodass die Seiten nicht ewig weit aufgeschlagen werden müssen, um auch alles lesen zu können. Auch die Leimung des stabilen Konstrukts wird so geschont 🙂

Setzung und Lektorat sind professionell, volle Punktzahl also von dieser Seite!

Nun zum eigentlichen Kern: der Geschichte.

Kurzum: Arthur Gordon Wolf weiß, was er tut. Er verfügt über einen reichen Wortschatz und vermag es, seine Zukunftsvision dem Leser glaub- und bildhaft nahezubringen. Zwischen actionreichen Szenen nimmt er sich immer wieder die zeit, seinen Protagonisten durch Fassade einer scheinbar makellosen Welt zu blicken, die des Nachts so gar nichts Paradiesisches an sich hat. Klasse!
Die Einblicke, die der Leser gewinnt, zeigen das Bild einer degenerierten Gesellschaft auf, die sich nur allzu sehr auf ihre technischen Errungenschaften ausruht. Die geschaffenen Charaktere wirken dabei ebenso lebendig wie die Welt, in der sie leben. Auf der anderen Seite stehen schwindelerregende Action-Sequenzen, bei denen man gebannt die Seiten nur so überfliegt (Fassade, Treppenhaus.
Die Dialoge sind ausgefeilt und unterstützen den wohligen Lesefluss.

Ich möchte nicht zu viel auf die Story eingehen, die Parallelen zu dem Film „I Robot“ (frei nach Isaac Asimov) und auch zu den „The Tripods“-Büchern sind jedoch nicht von der Hand zu weisen, auch viele andere bekannte Referenzen ließen sich anführen, mir schwirren da einige im Kopf herum.
Sprich, die geschaffene Welt ist – trotz des Einbindens in den durchdachten Gesamtplot, der sich über mehrere Veröffentlichungen des Autors zieht) nicht unbedingt sehr innovativ und originär. Kein großer Wermutstropfen, aber ich übe auch Kritik auf allerhöchstem Niveau!
Eine weitere Kleinigkeit ergibt sich aus dem hohen sprachlichen Niveau: Nicht immer gelingt es dem Autor Arthur Gordon Wolf, die Rede der Charaktere stilistisch von der des Erzählers zu trennen. Hier hätte ich mir mitunter eine härtere/rauere/authentischere Sprache gewünscht.

Dass das Buch viel zu schnell ausgelesen ist, sehe ich so gar nicht als Kritikpunkt. Schließlich bezahlt man ja auch nicht den vollen Preis. Viel mehr ist es ein Qualitätsmerkmal, dass das Leseerlebnis viel schneller vorbei ist, als es dem Leser lieb sein kann. Das Ende ist Genre-typisch und macht Lust auf mehr. Ich jedenfalls freue mich auf die kommenden Veröffentlichungen Wolfs.

Alles in allem vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.
Volle Punktzahl gibt es für die Qualität des Druckexemplars, das gute Lektorat und die professionelle Schreibe des Autors. Die Handlung ist nicht wirklich originell, aber ungemein spannend. Winzige Abzüge gibt es für die oben genannten Punkte. Für die zwei kleinen Punkte ziehe ich einen halben Stern ab. Da ich den Autor im Netz bereits kennengelernt habe, runde ich auf 4 Sterne ab – der Eindruck von Vetternwirtschaft soll nicht entstehen.
Ich denke, meine Bewertung ist dennoch als eine ein-eindeutige Kaufempfehlung zu verstehen.


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